50.000 qm Waldfläche sind verbrannt

Zu einem ausgedehnten Flächenbrand wurden zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehren aus dem Landkreis Lüneburg alarmiert.

Als um 13.32 Uhr das Alarmstichwort „B2 unklare Rauchentwicklung groß auf dem Standortübungsplatz“ (B2 = mittlerer Brand) kam, ahnte noch keiner, wie sich dieser Einsatz entwickeln würde.

Kurz nach Eintreffen der ersten Kräfte aus Deutsch Evern und Wendisch Evern war klar, dass ist nicht mit dem vorhandenen Personal und Material zu schaffen, um 13.51 Uhr wurde die Alarmstufe auf „B4“ (=Großbrand) erhöht. Zusätzlich wurde der Feuerwehrflugdienst alarmiert, um gegebenenfalls die am Boden befindlichen Einsatzkräfte zu koordinieren.

Mit der Alarmierung wurde eine Führungsstruktur mit einer Einsatzleitung gebildet, die sich vor Ort befand und die die nachrückenden Kräfte gezielt einsetzen konnte. Auf Grund der besonderen Gegebenheiten war eine der notwendigsten Maßnahmen die Beschaffung von ausreichend Wasserreserven. Hierzu wurde die Kreisbereitschaft I der Kreisfeuerwehr alarmiert. Diese hatte unter anderem die Aufgabe, gemeinsam mit anderen Feuerwehren das Wasser aus dem Elbe-Seitenkanal (ESK) zum Einsatzort zu pumpen – hierzu wurden zwei Leitungen in das Schadensgebiet gelegt. Die kurze Strecke war ca. zwei Kilometer lang und die längere Strecke ca. drei Kilometer.

Um die weitere Brandausdehnung zu verhindern, wurden drei Brandabschnitte gebildet, die dafür sorgten, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreiten konnte. Insgesamt fielen ca. 50.000 qm Waldfläche den Flammen zum Opfer.

Die Brandabschnitte Eins und Zwei wurden über die Leitungen aus dem ESK versorgt, der dritte Brandabschnitt musste sich alleine mit Löschwasser versorgen. Dazu wurde ein sogenannter Pendelverkehr eingerichtet, das bedeutet, alle Schläuche und notwendigen Wasserarmarturen bleiben liegen und nur am Anfang wird mit Tanklöschfahrzeugen immer wieder Wasser in große Faltbehälter eingespeist. Die besondere Herausforderung hierbei liegt darin, die Tanklöschfahrzeuge schnell genug anfahren zu lassen und wenn diese ihr Wasser eingespeist haben, die Fahrzeuge schnellstmöglich wieder zu befüllen, so dass während des Wechselns bei der Einspeisung der Faltbehälter nicht leer wird und damit die Wassersäule bis zu den Einsatzkräften niemals abbricht, das könnte im Ernstfall für die Kräfte an der Brandstelle lebensgefährlich werden.

 

Für diese erste „Schicht“ wurden ca. 195 Einsatzkräfte der Feuerwehren eingesetzt. Zusätzlich kamen zur Unterstützung, Betreuung und Versorgung weitere Kräfte von anderen Hilfsorganisationen hinzu, so versorgten die 27 Kameradinnen und Kameraden des Technischen Hilfswerks (THW) die Fahrzeuge und Pumpen mit den nötigen Kraftstoffen und hätten -wenn nötig- für die Beleuchtung an der Einsatzstelle gesorgt. Die 14 Helferinnen und Helfer des ASB sorgten für die Verpflegung und stellten zwei Rettungstransportfahrzeuge (RTW) zu Schutz der eingesetzten Kräfte.

Nach dem erkennbar wurde, dass dieser Einsatz länger andauern würde, ließ der Einsatzleiter weitere Feuerwehren zur Ablösung für die sich im Einsatz befindlichen Kameradinnen und Kameraden anrücken. Somit wurden nochmals ca. 120 Feuerwehrkräfte nachalarmiert. Gegen ca. 20.00 Uhr begann der Rückbau und gegen ca. 23.30 Uhr konnten auch die letzten Feuerwehren vorerst den Einsatzort verlassen. Allerdings blieb eine der Wasserleitung vom ESK bis zum Einsatzort über die Nacht liegen. Wenn es nicht zu einem erneuten Ausbruch des Feuers kommt, soll diese am nächsten Tag abgebaut werden. Zur Sicherheit fuhren die Bundeswehr und die Feuerwehren über die ganze Nacht abwechselnd den Einsatzort an, um diesen zu kontrollieren, sollte es zu einem erneuten Aufflammen kommen. Dass sich diese Vorsicht für sinnvoll erwies, zeigte sich gegen 3.00 Uhr morgens, hier konnte die Feuerwehr mittels einer Wärmebildkamera ein vorhandenes Glutnest entdecken und dieses ablöschen.

Fazit dieses Einsatzes:

Insgesamt wurden über 300 Feuerwehrkräfte, 27 Helfer vom THW sowie 14 Helfer vom ASB eingesetzt. Ca. 50.000 qm Waldfläche wurden durch das Feuer vernichtet und alle wissen, dass dieser Einsatz erst der Auftakt für den Sommer war, so erwarten wir für Donnerstag bereits wieder die Stufe 4 (zweithöchste) für den Graslandfeuer-Index und ebenfalls die Stufe 4 für die Waldbrandgefahr.

 

Bericht und Fotos durch folgendes Presseteam der Feuerwehr:

Andreas Bahr, Presseteam Feuerwehr Ostheide + Kreispressewart; Yannick Lüdemann, Pressesprecher Feuerwehr Ilmenau + 2. Stellv. Kreispressewart; Claas Steinhauer, Presseteam Feuerwehr Ostheide; Malte Schad, Stellv. Pressesprecher Feuerwehr Lüneburg + 1. Stellv. Kreispressewart

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