16. Kreissicherheitsseminar

Das 16. Sicherheitsseminar des Kreissicherheitsbeauftragten Burkhard Jäkel befasste sich mit den Gefahren an der Einsatzstelle, der Dokumentation und der möglichen Maßnahmen, um die Gefahren für die Einsatzkräfte zu verringern.Die Gäste wurden durch Burkhard Jäkel und anschließend durch den Kreisbrandmeister Torsten Hensel begrüßt. Dieser freute sich, dass die Arbeitsgruppe „Einsatzstellenhygiene“ ihre Ergebnisse nach der langen Pandemiepause vorstellt.

Die 103 Teilnehmer aus dem Landkreis Lüneburg wurden durch die verschiedenen Referenten an die Problematik herangeführt. Den Auftakt machte Dirk Röbbert als Vertreter der Feuerwehr Unfallkasse (FUK). Sein Vortrag befasste sich mit der Dokumentation der möglichen Gefahren für die Einsatzkräfte und hierbei ging es nicht um die Gefahren, die durch Feuer, Hitze oder einstürzende Gebäudeteile hervorgerufen werden. Hier geht es vielmehr um die mehr oder weniger unsichtbaren Gefahren, die durch giftigen Brandrauch entstehen und dann auf die Kleidung, die Geräte und sogar auf die Haut gelangen und nach Ablegen der Atemschutzmaske eingeatmet werden oder ins Fahrzeug, ins Feuerwehrhaus oder sogar nach Hause getragen werden können.

Er stellte auch die zentrale Datenbank (Zentrale Expositionsdatenbank, kurz ZED) vor, auf der die notwendige Dokumentation erfolgen soll, um auch nach Jahren nachzuverfolgen, ob und wer mit Gefahrstoffen in Kontakt gekommen war.

Der zweite Referent war Rainer Utermöhlen von der Feuerwehr Lüneburg. Er stellte als Leiter der Arbeitsgruppe „Einsatzstellenhygiene“ die Ergebnisse der 2019 gegründeten Gruppe vor.

Er machte in seinem Vortrag deutlich, dass durch moderne Baustoffe die Häuser heute wesentlich schneller, heißer und mit mehr Giftstoffen brennen als noch im Jahre 1950.

Auch die Herausforderungen auf der Straße haben sich geändert. Durch die vermehrte Nutzung von E-Autos entstehen andere und neue Gefahren, die es so vorher nicht gab.

Auf Grundlage der Erfahrungen und der vorhandenen Hygienekonzepte aus den einzelnen Feuerwehren wurde eine Rahmenempfehlung für die Feuerwehren des Landkreises Lüneburg entwickelt. Diese kann nun im Ganzen oder in Teilen, je nach vorhandenen Möglichkeiten,

umgesetzt werden, nach dem Motto „Es gibt kein richtig oder falsch, Hauptsache man macht was“.

Michael Selle als Sicherheitsbeauftragter der Gemeindefeuerwehr Dahlenburg ging ebenfalls nochmal auf die ZED ein, aber auch auf die einzelnen Gefahren, die sich im giftigen Brandrauch befinden und krebserzeugend, keimzellmutagen und reproduktionstoxisch sind.

Gefahren gibt es aber auch in Stäuben z.B. Asbest. Die beste Möglichkeit sich zu schützen, ist die richtig und vollständig angelegte „persönliche Schutzausrüstung (PSA)“ und auch das richtige Ablegen dieser Ausrüstung nach dem Einsatz.

Aus den Feuerwehren der Gemeinden wurden verschiedene Ideen und Anregungen geliefert, wie man zum Teil mit einfachen Mitteln die Hygiene am Einsatzort verbessern kann, z.B. durch die Möglichkeit, sich vor Ort bereits grob zu säubern und die benutzte Einsatzkleidung sicher verschlossen aufzubewahren und zu transportieren, damit die kontaminierte Kleidung nicht ihre Giftstoffe im Fahrzeug wieder freisetzt, wenn das Fahrzeug vollbesetzt wieder zurück zum Feuerwehrhaus fährt und alle in der Kabine die Giftstoffe einatmen würden.

In der Pause stellte die Feuerwehr Lüneburg ihre Möglichkeiten der Einsatzhygiene am Einsatzort vor. Ein besonderer Hingucker war das Einsatzstellenhygienefahrzeug der Stadtfeuerwehr Geesthacht. Diese hat ein Fahrzeug zum Preis von 160.000 € ausbauen lassen, das direkt am Einsatzort eine komplette Dekontamination von Einsatzkräften vollziehen kann. Die Einsatzkraft legt ihre Gerätschaften in Spezialbehälter, anschließend wird die Einsatzkleidung grob mit Wasser gereinigt, die Einsatzstiefel werden ausgezogen und die Einsatzkraft erhält Extraschuhe. Dann begibt sie sich ins Fahrzeug in die erste Kabine, dort entkleidet sich der Helfer komplett, gibt die kontaminierte Einsatzkleidung in einen Sack und wirft diesen in einen Abwurf, anschließend kann sie sich noch die Hände und Haare waschen.

Nach der Reinigung geht die Einsatzkraft in die zweite Kabine und kann sich dort wieder einkleiden, beim Rausgehen erhält sie dann die eigenen gereinigten Stiefel zurück.

Der klare Vorteil dieses Fahrzeuges gegenüber der üblichen „Zeltlösung“ ist die absolut schnelle Verfügbarkeit. Es muss kein Zelt und keine Heizung aufgebaut werden, somit wäre so ein Fahrzeug auch bei kleineren Einsätzen nutzbar.

Die Abschlussdiskussion beendete das Sicherheitsseminar. Zu guter Letzt erhielten Dirk Röbbert von der VGH und Thomas Mavis von der Feuerwehr Geesthacht als Andenken ein Holzwappen des Landkreises Lüneburg. Burkhard Jäkel zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ablauf und verabschiedete sich bei den Gästen.

Auf die Frage: „Gibt es denn nächstes Jahr auch ein 17. Sicherheitsseminar?“, sagte Jäkel: “Das kann schon sein, aber nicht mit mir, ich gehe jetzt in den wohlverdienten Feuerwehrruhestand“.











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