Am 18. und 19.09.2026 fand die Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft I der Kreisfeuerwehr Lüneburg, unter der Führung von Andreas Rund und seinem Stellvertreter Andreas Pallme, statt. Der Name „Heiße Heide“ verriet den Feuerwehrkräften schon, in welche Richtung die Übung gehen sollte.
Die Bundeswehr-Feuerwehr aus Munster hatte sich für die Kameradinnen und Kameraden aus Lüneburg so einiges einfallen lassen. Unter der Federführung von
Stephan Dick mussten verschiedenste Einsatzlagen, rund um das Dorf Lopau (die Ortschaft Lopau ist ein unbewohntes Dorf auf dem Truppenübungsplatz) abgearbeitet werden.Zur Übungslage:
Anherrschende Trockenheit und hochsommerliche Temperaturen, gepaart mit ausbleibenden Niederschlägen, führen zu ausgedehnten Vegetationsbränden auf dem Truppenübungsplatz Munster. Die Bundeswehr-Feuerwehr aus Munster, Bergen und Faßberg ist bereits seit Tagen im Einsatz. Eine angeforderte Unterstützung zur Brandbekämpfung aus der Luft kann nicht zum Einsatz kommen, da diese Kräfte bereits in anderen Regionen tätig sind. Um die Einsatzkräfte zu entlasten, ist geplant, dass am 19.09.2026 zivile Feuerwehren (Kreisfeuerwehrbereitschaft aus dem Landkreis Lüneburg) den Einsatz übernehmen sollen.
Die KFB I bezieht am 18.09. gegen 20.00 Uhr ihren Sammelpunkt am Üblager Trauen. Dort wurden sie in die Lage eingewiesen und stellte dann ihre Einsatzbereitschaft her. (Die Kreisfeuerwehrbereitschaft besteht aus fünf Fachzügen: Wassertransportzug 1-3, Wasserförderung und Logistik.)
Am 19.09. (Samstag) gegen 9.00 Uhr kommen die Kräfte aus Lüneburg zum Einsatz. Sie wurden aufgeteilt in zwei Einsatzabschnitte. Die Gesamtkoordination erfolgte vom Einsatzleitwagen des Kreisbereitschaftsführers („Führen aus der Ferne“). Dieser hielt Verbindung zu den einzelnen Einsatzleitwagen der verschiedenen Züge in den Einsatzabschnitten:
Einsatzabschnitt 1 (EA 1):
Hier lag die Aufgabe, für den Fachzug Wassertransport III in der Vegetationsbrandbekämpfung und der Verhinderung der Ausweitung des Feuers auf die Ortschaft Lopau. Dazu werden die Einsatzkräfte der Bundeswehr abgelöst und die Brandbekämpfung an den Flanken des realen Feuers mittels verschiedenster Löschtechniken umgesetzt. Größte Herausforderung: die ausreichende Versorgung der Einsatzkräfte mit Löschwasser. Dazu musste eine Löschwasserversorgung hergestellt werden. Von der Löschwasserentnahmestelle wurde ein Pendelverkehr (stetige Anlieferung von Wasser in das Einsatzgebiet durch Feuerwehrfahrzeuge mit Wassertank) eingerichtet und organisiert. Zum Schutz der eingesetzten Kräfte, darf die Wasserversorgung niemals unterbrochen werden.
Einsatzabschnitt 2 (EA 2):
Hier standen im Vordergrund die sichere und funktionierende Evakuierung der Ortschaft Lopau und der Schutz der Ortschaft vor dem herannahenden Feuer.
Die Wassertransportzüge II und I erhielten die Aufgabe, die verbliebene Bevölkerung aus der Ortschaft zu einem festgelegten Sammelpunkt zu bringen und diesen gemeinsam mit der Polizei und dem Rettungsdienst abzustimmen. Eine besondere Schwierigkeit: Die Teilnehmer einer Gruppe der Waldjugend, die in der Schule übernachtet hatte, sind aus Panik vor dem herannahenden Feuer geflohen und überall verstreut.
Natürlich hatte sich der Übungsleiter noch ein paar Herausforderungen ausgedacht:
Ein Gebäude, in dem sich noch Personen, befanden fing Feuer und die Einsatzkräfte, des Wassertransportzuges II mussten die Brandbekämpfung durchführen und der Rettungsdienst musste die Verletzten versorgen.
Um die Brandbekämpfung sicher durchführen zu können, musste der Fachzug Wasserförderung für ausreichendes Löschwasser sorgen. Da aber vor Ort weder Hydranten, noch eine andere Löschwasserversorgung vorhanden waren, musste das benötigte Wasser aus einem weit entfernten Teich, in der Ortmitte herangeschafft werden.
Auch der Wassertransportzug I musste seine Aufgabe unterbrechen. Ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei PKWs und vier im Fahrzeug eingeklemmten Personen forderte die Einsatzkräfte an der Ortsdurchfahrt Lopau. Eine zusätzliche Herausforderung war, dass die PKWs nicht auf der Straße waren, sondern bei der Kollision einen Hang hinabgestürzt und somit nicht so einfach zugänglich waren. Hier galt es, eine patientengerechte Rettung, in Absprache mit dem Rettungsdienst, durchzuführen.
Der Fachzug Logistik war am Sammelpunkt Versorgung und mit der Betreuung der evakuierten Bevölkerung beschäftigt. Außerdem mussten die Einsatzkräfte mit den benötigten Einsatzmitteln und den notwendigen Betriebsstoffen (z. B. Benzin, Diesel) versorgt werden.
Auch die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Lebensmitteln gehörte zur Aufgabe des Fachzuges Logistik.
Am Ende der herausfordernden Übung, gegen 11.30 Uhr, wurde ein kurzes Fazit gezogen: Das, was wir gut können und beherrschen, ist nicht der entscheidende Teil dieser Übung, sondern der Bereich, bei dem Optimierungsbedarf herrscht.
Ein besonderer Dank geht an die Bundeswehrfeuerwehr Munster, hier stellvertretend Stephan Dick, den Übungsbeobachtern und der Truppenübungsplatzkommandantur, die diese Übung erst möglich gemacht haben.
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