Stell Dir vor es kommt einer und drückt
Im Ernstfall geht es um Sekunden, bleibt das Herz stehen oder entsteht ein Kammerflimmern, muss die betroffene Person unverzüglich wiederbelebt (reanimiert) werden.
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes vergehen wertvolle Minuten, Minuten die über Leben und Tod entscheiden können. Eine zügige Herz-Lungen-Wiederbelebung (Reanimation) kann die Erfolgsaussichten für ein Überleben, auch ohne bleibende Schäden, positiv verändern.
Laut Bundesärztekammer versterben jährlich etwa 65.000 Menschen in Deutschland am Herz-Kreislaufstillstand. Mit jeder Minute die verstreicht sinkt die Chance auf eine erfolgreiche Reanimation um 7-11%, das bedeutet: Trifft der Rettungsdienst erst nach 9 Minuten ein, besteht noch eine etwa 10%ige Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Reanimation.
Damit die Überlebensrate deutlich gesteigert wird, führte der Landkreis Lüneburg die „Mobile Helfer APP“ ein (Start war am 11.02.2026).
Was ist die „Mobile Helfer APP“?
Mit Hilfe dieser APP werden registrierte und ausgebildete mobile Retter (Ersthelfer) direkt an den Notfallort geschickt. Nach dem erfolgten Notruf startet die Leitstelle eine Abfrage aller verfügbaren mobilen Retter in der Nähe des Notfallortes (Geofencing), alarmiert diese über Smartphone und die APP leitet den Ersthelfer, mittels GPS, zum Notfallort.
Nach Eintreffen der zwei mobilen Retter beginnen diese, unverzüglich mit der Reanimation.
Diese wird von ihnen solange durchgeführt bis der eintreffende Rettungsdienst diese übernimmt.
Ziel ist ein dichtes Netz an registrierten mobilen Rettern, je mehr mitmachen, umso größer die Chance, die Eintreffzeiten am Notfallort zu minimieren.
Ein erster Schritt ist das Mobile Retter-Training, dieses ist neben der Qualifikation Voraussetzung zum Mitwirken. Am 05.01.2026 wurden die ersten Feuerwehrfrauen und -männer an der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Scharnebeck ausgebildet. Neben der theoretischen Ausbildung (Rechtsfragen, Nutzungsmöglichkeiten und Einstellungen der APP, Protokollierung der Einsätze), gab es auch einen praktischen Teil, bei der es um die Reanimation von Säuglingen, Kleinkindern und Erwachsenen ging. An diesem Abend konnte Fred Giera den ersten zehn Teilnehmern diese Nachweise unterschreiben. Jetzt müssen diese sich noch registrieren und ihre Qualifikation nachweisen. Sind alle Unterlagen vollständig werden sie vom Landkreis Lüneburg freigeschaltet. Dieses Mobile-Retter-Training ist nunmehr ein festes Angebot für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr, ob in der FTZ oder direkt bei den Ortsfeuerwehren.
Übrigens alle registrierten und freigeschalteten mobilen Retter sind während des Einsatzes (Alarmierung, Reanimation) als Verwaltungshelfer des Landkreises versichert (Unfall/Haftplicht/KFZ/Strafrecht).
Außerdem steht für alle die Möglichkeit nach einem Einsatz, die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte (PSNV-E) in Anspruch zu nehmen, sollte dieses nach einem erfolgten Einsatz notwendig erscheinen.
Für alle, die weitere Fragen haben oder nicht bei der Feuerwehr oder einer anderen Hilfsorganisation sind, bietet der Landkreis Lüneburg unter der folgenden Webseite weitere Informationen: https://portal.mobile-retter.org/regionen/l%C3%BCneburg hier gibt es auch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme: mobile-retter@landkreis-lueneburg.de
Nur für die Feuerwehr:
Für die interessierten Feuerwehren steht Feuerwehrkamerad Fred Giera (Fredgiera@gmail.com) zur Verfügung. Das Mobile Retter-Training dauert ca. 2 Stunden und kann gut an einem Feuerwehrdienstabend absolviert werden.
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